Time Out Zuckerjunkie

Das Leben ist eine Bitch!

Wie, verf**** nochmal, konnte ihr das bloß passieren?
Vergessen? Schön wär’s ja! Verzeihen? Auf gar keinen fucking Fall! Weiter machen? Aber sowas von! Seit Jahren der beste Weg ever.
Auch an der neuen Uni lebt die junge Sam nach diesem Motto. Beziehungen sind für ihre Psyche ein No-Go, bis sie auf Danny trifft. Der sexy Footballer bringt ihre eiserne Devise ins Wanken.

Never ever! Oder doch?

Aber einmal eine Bitch- immer eine Bitch… Die Vergangenheit schlägt erneut gnadenlos zu.
Das wird übel. Richtig übel!

Bei Amazon.

Rezension:

Das Buch/Cover sticht ins Auge und lässt einen nicht dran vorbei gehen, ebenso macht der KT neugierig.
Bereits nach ein paar Worten ist man in der Geschichte drin und kann sie nicht mehr loslassen. Ein schwieriges Thema wird hier abgehandelt und zweifelsfrei ist die Triggerwarnung berechtigt.
Die Protagonistin: liebenswert, chaotisch und wahrlich durchgeknallt und doch schließt man sie tatsächlich unverzüglich ins Herz. Doch nicht nur ihre Figur ist authentisch, auch die anderen „Spieler“ der durchaus komplexen, wenn auch mit einer grandiosen Leichtigkeit geschriebenen Geschichte, sind vollkommen überzeugend und glaubwürdig. Man liebt sie, bis auf die Antagonisten- denen wünscht man natürlich, nachdem man alle Hintergründe kennenlernt, wahrlich die Pest an den Hals.
Die Story polarisiert und überzeugt mit einem großen Anteil an Realität und echten und unsagbar tiefen Emotionen.
Der Name Zuckerjunkie beschreibt zwar die junge Sam hier hervorragend und lenkt doch von der wahren Tragödie ab, denn süß und niedlich ist hier kaum jemand. Ziemlich lange muss man auf die Aufklärung der Vergangenheit warten und doch verfliegt diese Zeit beinahe unmerkbar, so sehr ist man in der Geschichte gefangen. Sam und ihre beste Freundin sind scheinbar normale Studentinnen, die ihre üblichen Erfahrungen an der Uni sammeln: mit Lernen, Partys, abgebrühten Jungs und echten Herzensbrechern, wobei Sam zwar mit ihrer großen Klappe punktet, sich jedoch ansonsten zurückhält.
Als sie auf Danny trifft, schreckt sie sein Ruf ebenso ab, wie sein Äußeres sie fasziniert. Nach und nach kommen sich die beiden ein wenig näher, wobei Sam jedesmal den jungen Mann von sich stößt und immer wieder auf Distanz geht. Beschämt, verschreckt und völlig verzweifelt, weißt sie nicht, wie sie eine normale Beziehung aufbauen und sich Danny öffnen soll, bis sie dazu förmlich gezwungen wird. Denn wirklich fliehen kann man vor seiner eigenen Vergangenheit leider nicht.
Und plötzlich wird aus dem jungen, durchaus verschreckten Mädchen eine wahre Kämpferin. Ein unglaublicher Weg einer naiven 15-jährigen wird hier aufgezeichnet. Nach einem dramatischen Erlebnis findet diese nach und nach ins Leben zurück, lässt jedoch lediglich die Nähe ihrer Freundin zu- vollkommen verständlich und doch so überwältigend. Berührend und beinahe sprachlos vor Wut und Entsetzen verfolgt man die Schilderungen aus der Retrospektive und wundert sich umso mehr, wie realistisch und absolut glaubhaft die Reaktionen der Beteiligten in der Story ausfallen.
Großes Kino! Gefühlsmäßig mein absolutes Highlight in diesem Jahr und eine wahre Freude ein fabelhaftes, völlig anders Werk in der Maße der Üblichkeiten entdeckt zu haben.
5 Sterne geben die Emotionen nicht wieder, die die Geschichte in dem Leser weckt, ebenso wenig wie sie die Arbeit der Autorin honorieren. CHAPEAU und eine glasklare Empfehlung.