Hades Sisters: The Bitch

FRAUEN GESUCHT:

Du wirfst mit dem Messer zielgenauer als jeder Messergaukler?

Du schießt mit der Treffgenauigkeit eines Scharfschützen?

Bist beim Nahkampf siegreicher als jeder Straßenkämpfer?

Kennst dich mit Waffenhandel, Bord€llführung und Drogenumschlag aus?

Ein Bike schnurrt unter dir wie ein rolliges Kätzchen?

Männer sind für dich Club-Bitches mit Anhängsel?

Herzlich Willkommen bei Hades Sisters! DU hast den JOB!

Bei Amazon

Rezension

Was für eine Story! Wie die meisten Frau liebe ich Bikerromane und war auf diesen hier, über weibliche Rocker, sehr gespannt. Als Mitarbeiterin des Verlages, der die neue Reihe von Ella Silver rausbringt, durfte ich es sogar von der VÖ lesen. Dies hier ist meine persönliche Meinung, die ich jedoch so neutral wie möglich zu halten versuchen werde.
Den Auftakt der Serie macht Hades/Jamie, die als Tochter eines Biker-Präsidenten bestens mit dem Clubleben vertraut ist und sich nach völliger Integration in die Clubangelegenheit sehnt. Doch obwohl sie von ihrem Vater wie ein Sohn großgezogen wird, ist sie den Männern keineswegs gleichgestellt, denn ein Mann, ihr Leibwächter, ein Vertrauter ihres Vaters, Dean soll den Präsidentenposten übernehmen, mit Jamie als Old Lady an seiner Seite. Und so sehr Jamie auch Dean mag und ihn als ihre Partner akzeptieren würde, so sehr sträubt sie sich gegen die ihr zugedachte Rolle. Sie will zumindest ein Mitspracherecht! Sie ist eine junge Frau, die genau weiß, was sie will und ja – sie will Dean, aber eben zu ihren Bedingungen. Da dieser jedoch, wie die meistens Männer, in Jamie lediglich das kleine, schutzbedürftige Mädchen sehen, lacht er sie bloß aus und denkt nicht mal dran, sie an seiner Seite agieren zu lassen. So bleibt der jungen Frau nichts anders übrig, als zu fliehen. Unglücklich und doch fest entschlossen, sich ihr Geburtsrecht wieder zu holen und Dean eine Lektion zu erteilen, geht sie in New York in einem befreundeten Club durch eine harte Schule, um es endlich den verbohrten Männern zu zeigen.
Obwohl man Jamie als Erwachsene kennenlernt, gibt es genügend Rückblicke, die dem Leser erlauben, auch einen Blick auf sie als Teenager zu erhaschen und ihre Empfindungen als auch die Gründe für ihre Handlungen nachzuvollziehen. Mittlerweile ist sie eine mutige, unerschrockene junge Frau, die um sich andere Frauen mit wesentlich schlimmeren Erlebnissen versammelt hat und die letztendlich alle dasselbe wollen: ein Recht auf Selbstbestimmtheit, auf Rache und Gerechtigkeit. Allersamt stark und mutig und doch unsagbar verletzlich. Und auch Jamie/Hades will letztendlich das, was sie immer wollte: die Frau an der Seite eines starken Mannes zu sein. Eines Mannes, der stark genug ist, ihr ihre Stärke zu gönnen, der aber auch ihre Schwächen akzeptiert und sie bei Bedarf auffängt. Genau das, was im Prinzip alle Frauen sich wünschen.
Dean hätte ich häufiger für seine Engstirnigkeit schütteln können, denn er ist ziemlich unbekehrbar und sein Weg zu dem Mann, der Jamie ebenwürdig ist, schon extrem lang und mit vielen Fehlern gesäumt. Na ja – Mann eben 😉 wenn ihr versteht, was ich meine.
Alles in allem: eine großartige Story, die eben nicht lediglich die Entwicklung eines Mädchen zu einer starken Persönlichkeit schildert, sondern auch ihres Gegenparts, die aber auch sehr nachvollziehbar die begleitenden Emotionen schonungslos präsentiert und die eine großartige, leidenschaftliche Sinnlichkeit, aber auch die schlichten körperlichen Bedürfnisse aus beiden Perspektiven aufzeigt und ein Gesamtbild zeichnet, das ich so noch nicht gelesen habe.