Beyound Color

No chance, no luck, no life – oder traust du dich doch?

Eine Filmrolle neben der besten Freundin bekommen – check!
Die ganze Nacht in einem Club gebührend feiern – check!

Doch was, wenn der Alltag die Träume killt?

Mit Schädelbruch nach mehrfachen Missbrauch im Krankenhaus aufwachen – kann ich!
Statt Farben nur noch Grautöne sehen – bunte Welt wird überbewertet!
Domina statt Modeln und Filmrollen – der wahre Aufstieg!

Nach einem brutalen Überfall in einem New Yorker Nachtclub friste ich mein Dasein als Domina und halte mir so die Männer vom Leib – wortwörtlich.
Als ich jedoch neben einer Leiche mit der Tatwaffe in der Hand aufwache, flüchte ich kopflos und gerate prompt an ein weiteres A… und seine Handlanger.
Hunter soll mich zum Reden bringen und er kann das gut! Beschämt, verletzlich und nackt bin ich ihm völlig ausgeliefert, als er mich in der Kälte in einem Schaukelstuhl drapiert.
Dann entdeckt er meine Narben und plötzlich will er mich mehr als seinen Auftrag.

Kann ich meinem Peiniger vertrauen oder wird er meinen Untergang bedeuten?

Bei Amazon

Rezension

Die Dark Romance schlechthin. Für mich das Highlight des Jahres!

Ich gestehe: dies ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und ich war tatsächlich vollkommen überwältigt. In Zeiten, in denen hirnlose Alien-Storys, absurde Daddys-Geschichten und Harem-Gestaltenwandler-Abwandlungen die Charts der Amazon-Listen stürmen, die sich lediglich in der Hautfarbe der männlichen Oberkörper unterscheiden, ist es mir ein wahres Highlight dieses Jahres tatsächlich eine Dark Romance Geschichte entdeckt zu haben, die sich nicht bloß durch einen herausragenden Schreibstil auszeichnet, sondern auch durch einen grandios durchdachten und vollkommen logischen Plot, als auch echte Figuren und nachvollziehbare Handlungen. Bereits vor einigen Jahren überraschte und überzeugte eine ebenso grandiose Amerikanerin mit einer Trilogie auf diesem Sektor und eröffnete auch den deutschen Autoren den Weg zu einer sich entwickelnden Liebe zwischen Entführer und Opfer in einer Ausnahmesituation. Aus der Retrospektive muss ich jedoch feststellen, dass es den Protagonisten bis auf das übliche Stockholm-Syndrom tatsächlich an Gemeinsamkeiten fehlte, was die Lovestory keineswegs mindert. Bei diesem Werk hier allerdings begegnen sich wirklich Menschen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten und bei denen echte Emotionen füreinander ebenso normalerweise undenkbar wären, zumal sie auf vollkommen unterschiedlichen Seiten zu stehen scheinen. Üblicherweise hätte somit, mal wieder, das weltberühmte Stockholm-Syndrom als Erklärung herhalten müssen, doch weit gefehlt! Erneut beweist die Autorin ihre Genialität und beschert beiden Protagonisten eine Vergangenheit, die sie näher nicht hätte zusammenbringen können. Das Vergnügen und/oder den Schock, die Talvi Johansson bei ihren Lesern durch den vollkommen nüchtern vorgetragenen Lebensablauf der Protagonistin Malu erzeugt, toppt lediglich das Telefonat ihres „Peinigers“ Hunter mit seinem „Vater“, bei dem dieser über seine eigene Kindheit spricht. Erschüttert und völlig fassungslos begleitet man beide auf ihrem Weg. Malu ist eine in USA lebende Mexikanerin, die man bereits bei „Beyond Illusion“ kurz kennenlernen durfte. Ihr Leben nach einer geplanten Party in einem Club verwandelt sich in einen Albtraum. Man schließt sie sofort ins Herz und kann eigentlich kaum soviel Leid ertragen, als sie erneut aus ihrer Welt gerissen und in die Hände weiterer skrupelloser Kriminellen gerät. Hunter soll aus der jungen Frau Informationen rausbekommen, was er auch tatsächlich anfangs völlig gefühlskalt in die Tat umsetzt. Als er jedoch die Spuren auf ihrem Körper entdeckt, die die eindeutige Handschrift eines seiner „Stiefbrüder“ tragen, ist es um den emotionslosen Kerl geschehen. Nein – er verwandelt sich nicht in ein hirnamputiertes A … oder einen verliebten Romeo. Allerdings ist er tatsächlich der einzige Freund, die die Mexikanerin nun hat. Mit aller Macht versucht er sie vor seinem Auftraggeber und einem weitaus schlimmeren Schicksal zu bewahren und verlangt ihr sowohl mental, als auch körperlich einiges ab, um an Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren. Obwohl es durchaus zwischen beiden eine gewisse Anziehungskraft gibt, widerstehen sie über sehr lange Zeit diesem Verlangen, zumal dies aufgrund von Malus Vergangenheit vollkommen logisch und verständlich ist. Alles andere, was zu Genüge in diversen Geschichten dieses Genres vorkommt, ist tatsächlich schwachsinnig und undenkbar. Erneut überraschte mich hier die Autorin mit ihrer Weitsicht und herausragender Menschenkenntnis. Aber keine Sorge – natürlich fehlt es auch hier nicht an entsprechenden sinnlichen Szenen, wobei Hunters Demonstrationen in bestimmten Gefahrsituationen ebenfalls atemberaubend sind 😉 Allen Liebhabern dieses Genres kann ich das Buch wirklich nur ans Herz legen. Mich hat es zu Tränen gerührt, erschüttert, aber auch mein Herz erwärmt. Ich will auch so einen Hunter! Chapeau an die Autorin für die grandiose Leistung und das meine ich absolut ehrlich!